Schuldig: Das Urteil lautet … Generation Beziehungsunfähig!

Ein Mann muss drei Dinge im Leben erreichen: Baum pflanzen, Kinder zeugen und Traumfrau heiraten. Die heutigen Männer sprechen ihre eigene Sprache. Frei wollen sie sein, und sich unter keinen Umständen binden. „Ja, wir sind zusammen – ist aber nichts Ernstes!“ Aussagen wie diese bereiten Eltern reihenweise Kopfschmerzen. Dann kommt noch die Selbstfindungsphase dazu, die sich gefühlt seit dem Einzug in die WG hinzieht. Der Mann von heute genießt das Prädikat „beziehungsunfähig“. Was für ein wildes Gerücht – oder enthält es einen Funken Wahrheit?

Ist die Polygamie die Lösung aller Probleme? In den letzten Jahren musste die Monogamie stark zurückstecken. Was bedeuten diese beiden Begriffe? Für einen polygamen Mann gibt es viele Traumfrauen. Er möchte sich nicht auf eine bestimmte Frau festlegen und hat viele Dates. Das kann auch ein monogamer Mann haben, doch er verfolgt das Ziel, Miss Perfect zu finden und sie zu heiraten. Er möchte eine Familie gründen und den Bund der Ehe schließen.

Ob Frauen oder Männer – traditionelle Vorstellungen gelten in beiden Lagern als überholt. Niemand möchte sich binden, um seine persönliche Freiheit zu bewahren. „Eine weitere Affäre – warum nicht! Eine feste Beziehung – nein, der oder die klammert mir zu viel!“ Die Gesellschaft ist freier geworden, was einige Vorteile mit sich bringt: Es ist leichter einen Sexualpartner zu finden. Beide möchten nur ihren Spaß haben, was auch für Frauen gilt. Im Gegensatz zu früher bist Du nach einer heißen Nacht nicht direkt Papa. Sie sucht keinen Versorger, sondern das nächtliche Abenteuer. Frauen wissen, wie schnell ihre Karriere mit Nachwuchs vorbei sein kann – vor allem in jungen Jahren. Daher achten sie auf die korrekte Verhütung, wie Du es auch immer tun solltest.

Ein Kind steht für eine feste Beziehung. Und die moderne Gesellschaft möchte sich kaum noch binden. Während es 1961 noch 699.339 Eheschließungen gab, ist dieser Wert im Jahre 2013 auf 373.660 gesunken. Diese Zahlen zeigen, wie sehr die Popularität der Ehe nachgelassen hat.

Infografik

Fakten und Statistiken zu den Beziehungen der Deutschen.

 

Was ist eine glückliche Beziehung?

Und noch eine weitere Telefonnummer. Vielleicht entwickelt sich eine Affäre daraus? Einige Männer machen sich einen Spaß und daten mehrere Frauen parallel. Es stellt sich die Frage, wo der Sinn darin liegt. Leiden sie einfach nur unter Bindungsangst? Möchten sie nicht enttäuscht werden?

Es macht den Eindruck, als ob Männer nur auf den kurzen Spaß aus sind, während Frauen eher Beziehungen suchen. Sie trauen sich kaum das Thema Zukunft anzusprechen, da der Mann sonst direkt zum Notausgang stürmt. Ist das wirklich wahr? Viele Frauen klagen von ihrem Leid. Jedoch gibt es genügend Männer, die das gleiche Lied nur aus anderer Perspektive singen. Sie sind so liebe und nette Kerle, aber sie brennt mit dem Dorfstecher durch. Wer hat Recht?

Gründe für den Generationswandel

„Es war einmal der kleine Peter, der in einem Dorf lebte. Er spielte mit Maria im Sandkasten und ging mit ihr in den Kindergarten. Sie besuchten gemeinsam die Schule, verliebten sich, heirateten wenig später und gründeten eine Familie. Sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.“

Vor 30 Jahren übliche Praxis, in der heutigen Zeit ein wildes Märchen: Früher standen Sex und Beziehung auf einer Ebene, nun sind Affären, Friends with Benefits, Kuschelfreunde und One Night Stands üblicher Standard. Körperliche Beziehungen sind Gang und Gäbe, da niemand auf Zärtlichkeiten verzichten möchte.

Diese Geschichte zeigt einen weiteren Wandel auf: Du lebst in einem Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten. Früher haben Männer ihr ganzes Leben auf dem Dorf verbracht. Es gab (fast) kein Entkommen. Inzwischen kann man sich über das Internet verabreden. Mittagspause, 15 Minuten. Genug Zeit, um eine Dating-App herunterzuladen und ein Treffen für den Abend zu arrangieren. Ein hübsches Mädchen schreibt zurück. Vielleicht ist sie Ms. Right? Wohl eher nicht, da sich die Traumfrau auch hinter dem nächsten Profil verstecken könnte. Ein solches Überangebot führt zu Bindungsangst.

Hast Du Dich schon einmal dabei ertappt, wie Du bewusst nach Fehlern suchst? Die Frisur könnte etwas stylischer sein und die Schuhe auf dem Foto gehen gar nicht. Im Fernsehen tragen Frauen hohe Absätze und sind immer perfekt geschminkt. Außerdem schenken sie Dir immer ihr schönstes Lächeln. Solche Kleinigkeiten haben nichts mit dem Charakter eines Menschen zu tun. Die Medien vermitteln Dir ein falsches Bild, das sich im tiefsten Unterbewusstsein einprägt. Vielleicht trägt sie im realen Leben ganz andere Klamotten? Du wirst es niemals herausfinden, da du auf „next“ geklickt hast.

 

Ein Mann bahnt sich seinen Weg

Die Gesellschaft ist flexibel geworden. Es ist völlig normal mit anderen Studenten in WGs zu wohnen – und das mit Ende 20. Früher haben einige Männer in diesem Alter bereits ein Eigenheim besessen. Natürlich waren sie schon lange verheiratet, das versteht sich von selbst.

Die Globalisierung hat die beruflichen Perspektiven verändert. Hier lässt sich eine ähnliche Entwicklung wie in der Partnerschaft beobachten: Studenten wissen nicht, was sie mit ihrer Zukunft anstellen sollen, Stichwort Quarter Life Crisis. Ihnen steht die Welt offen, doch sie verfallen in Selbstzweifel, was enorm an die Bindungsangst erinnert. Häufig wird ein Jobangebot als Vorwand benutzt, eine Partnerschaft zu einer Wochenendbeziehung zu degradieren – von Männern und Frauen! Es ist völlig in Ordnung Ängste zu haben. Sprich mit Deinem Partner offen über Deine Situation. Vielleicht möchte sie mit Dir ein völlig neues Leben in einer anderen Umgebung beginnen?

Kaum ein Mann heiratet seine erste Freundin. Es sind die Erfahrungen, die Dich als Mann prägen – leider auch in negativer Hinsicht. Frauen und Männer sammeln ihr eigenes Päckchen an schlechten Erfahrungen und Verletzungen an. Anstatt sich auf die neue Beziehung einzulassen, gehen sie mit Vorurteilen an sie heran. „Ist sie eifersüchtig? Möchte sie mich von meinen Freunden ausschließen? Tickt sie regelmäßig aus?“ Beide Seiten stellen sich derartige Fragen und trauen sich nicht, sich vor ihrem möglichen Partner zu öffnen. Eigentlich spricht nichts dagegen, außer eine wunderbare Beziehung. Das hört sich alles andere als nach einem Gegenargument an.

 

Fazit: Am Ende finden sie immer zusammen, die einsamen Männer und Frauen. Es macht nur den Eindruck, als würde es einige Jahre länger benötigen. Mit der Lebenserwartung ist die Selbstfindungsphase gestiegen. Das Leben hat sich 10 Jahre nach hinten verlagert. Wer mit 27 ein neues Studium beginnt, ist „eigentlich“ erst 17 Jahre alt und befindet sich in der Pubertät. Wie heißt es so schön: Man(n) ist so alt, wie man sich fühlt.

 

Über 

Dieser Artikel hat 3 Kommentare

  1. David

    Damit kann ich mich aber voll identifizieren. Ich bin 27 Jahre und seit 2 Jahren wieder Single, aber so richtig mit eigener Wohnung und ich muss sagen ich finde es absolut genial. Ist eben eine andere Zeit, die ganzen Möglichkeiten fressen einem die Zeit weg und ab und zu kommen dann doch die eh die Mädels vorbei.
    Heiraten kann ich mir auch nicht vorstellen, ich glaube dieses Modell läuft gerade aus. Grüße

  2. Valentina

    Wirklich tolle Infografik. Ich kann deinem Beitrag nur zustimmen. Auch, dass es so viele Menschen in einer Beziehung gibt, die treu sind find ich wirklich traurig.

  3. Jürgen

    Hallo, du hast dieses Thema sehr schön von allen Seiten beleuchtet. Ich bin schon von der etwas älteren Generation und kann sagen das mir das Heiraten auch zwei Scheidungen eingebracht hat. Also wozu das ganze wenn es auch anders geht. LG Jürgen

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*