Hilfreiche Tipps gegen Schnarchen

Beim Schnarchen können Lautstärken bis zu 90 Dezibel erzeugt werden, die denen von vorbeifahrenden Lastkraftwagen ähneln und können daher zu einem gehörigen Krach im Schlafzimmer führen. Der durch das Schnarchen aufkommende Geräuschpegel entsteht wenn die Rachenmuskulatur im Schlaf erschlafft und erzeugt sägende, knarzende oder röchelnde Geräusche. Ob ein Arztbesuch sinnvoll ist, hängt von der Art und Auswirkung des Schnarchens ab.

Wie entsteht Schnarchen?

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Nicht nur die erschlaffte Rachenmuskulatur, sondern auch die Zunge, die sich weit hinten im Mund befindet spielt beim Schnarchen eine große Rolle. Rutscht der so genannte Zungenrand im Schlaf nach hinten, quetscht sich der lautstarke Atem durch den verbliebenen Spalt und der Weg den die Luft sich nehmen muss wird enger. Dieser Zustand entsteht beispielsweise auch, wenn man auf dem Rücken schläft.
Substanzen wie Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka oder Alkohol entspannen im Schlaf die Muskeln von Zunge und Zäpfchen und können den Luftstrom im Rachen behindern. Schnarchen kann aber auch durch zu groß gewordene Rachenmandeln oder durch Fett am Hals auf Grund von Übergewicht oder durch eine Nasennebenhöhlenentzündung entstehen. Ein weiteres Problem kann ein zu kurzer Unterkiefer sowie eine verstopfte Nase oder eine Allergie sein.

Was tun gegen Schnarchen

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Beim Schnarchen wird zwischen dem „einfachen Schnarchen“ und dem „apnoischen Schnarchen“ unterschieden. Beim einfachen Schnarchen kollabiert das Rachen-und Gaumengewebe nicht vollständig und es kann trotzdem noch Luft in die Lungen strömen. Es gibt es einige Methoden, die häufig wieder Ruhe in das Schlafzimmer bringen können. Für Übergewichtige ist Abnehmen die erfolgreichste Methode, da das Fett im Halsbereich schwindet. Auch ein Verzicht auf Alkohol zwei Stunden vor dem Schlafengehen, kann eine Linderung hervorbringen. Eine ruhige Umgebung, ein kühles Schlafzimmer sowie eine gute Schlafhygiene sorgen ebenfalls für Milderung. Außerdem sollte früh zu Abend gegessen werden, da spätes Essen die Schlafqualität mindert und zugleich wäre ein regelmäßiger Schlafrhythmus von Vorteil. Fachleute raten weiterhin immer mal wieder die Schlafposition zu wechseln, da auf dem Rücken das Risiko steigt, dass Unterkiefer und Zunge zurückrutschen.

In Apotheken oder im Sanitätshandel gibt es diverse Anti-Schnarch-Mittel wie zum Beispiel Nasenpflaster,Nasenklammern, Schnarch-Sprays, Schnarch-Lutschtabletten, Schnarch-Schnuller, Schnarch-Schienen, ätherische Schnarch-Öle sowie eine Reihe von Schnarch-Pillen. Die Wirksamkeit ist bei keinem Mittel aus dem Handel erwiesen. Eine ausgefallene Methode ist das Erlernen eines Blasinstruments wie in etwa das australische „Didgeridoo“. Die Rachen- und Gaumenmuskulatur wird beim üben besonders trainiert.

Wann ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen

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Verschließt sich der Rachen eine Zeit lang komplett, sodass es zu einer Atempause kommt spricht man von Schlafapnoe. Die verminderte Sauerstoffzufuhr führt im Gehirn zu einer Weckreaktion um ein Ersticken zu verhindern. Diese Handlungsweise stört den Schlaf, ist aber lebenswichtig. Eine solche Atempause kann bis zu zwei Minuten andauern und gravierende Folgen für den Körper haben. Das Herz beginnt schon während der Atempause stärker zu pumpen, der Blutdruck beginnt zu steigen und dazu das Risiko einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Betroffene sind oft unausgeschlafen und körperlich erschöpft oder leiden an Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Bei Männern können häufig Potenzprobleme auftreten. Wer unter Schlafapnoe leidet, kann sich Linderung durch sogenannte nasale Atemgeräte erschaffen, die eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr während des Schlafes gewährleisten.
Wer so laut schnarcht, dass er seine Umgebung stört oder selbst aufwacht sollte einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Es gibt auch spezielle Kliniken, die über ein Schnarchzentrum verfügen. Nach einer gründlichen Untersuchung des Nasen- und Rachenraumes, können erste mögliche Ursachen aufgedeckt werden. Patienten erhalten oft ein Schnarchtestgerät, welches sie mit nach Hause nehmen. Dieses Gerät zeichnet das Schnarchen und den Atem auf und führt zu einer genauen Schlafanalyse. Eine nicht ganz billige Schnarchschiene, die mit Hilfe eines Zahnarztes individuell angepasst wird, kann bei manchen Patienten Linderung bringen. Die Aufbissschiene für den Ober- und Unterkiefer hält die Atemwege offen während sie den Unterkiefer nach vorne schiebt.

Sind operative Eingriffe wirklich sinnvoll?

 

In schweren Fällen kann eine Operation schnarchenden Personen helfen.
Zu den im Einzelfall hilfreichen operativen Eingriffen gehören beispielsweise Nasenscheidewand- und Nasennebenhöhlen Operationen, Nasenmuscheloperationen und Mandeloperationen, Implantate die den Weichgaumen versteifen, Weichgaumenplastiken, Operationen am Zungenrand und Zungenbein sowie aufwändige Eingriffe am Ober und Unterkiefer. Chirurgen entfernen dabei gutartige Wucherungen oder überschüssiges Gewebe. Es geht heutzutage aber auch ganz ohne Messer, denn eine ambulante Behandlung des Gewebes mit einem Laser ist auch möglich. Eine Erfolgsgarantie gibt es bei keiner dieser Operationen. Eine Operation sollte daher immer die letzte Möglichkeit sein, wenn es keinen wichtigen medizinischen Grund für einen Eingriff gibt.

 

Bilquelle:

© By Michael Brenner, via Wikimedia Commons

© By PruebasBMA, via Wikimedia Commons

© By Superstylo, via Wikimedia Commons

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Dieser Artikel hat 8 Kommentare

  1. Anti CPAP

    Super Beitrag zum Thema Schnarchen, grosses Lob von mir. (: Ich persönlich finde ein CPAP Gerät stört sehr beim Schlafen, zu sowas würde ich nur im Ernstfall bei einer Apnoe oder Schlafapnoe greifen. Mir hilft als Mittel gegen Schnarchen eine Schnarchspange und Gaumenspange recht gut, aber auch nur weil das Schnarchen bei mir nicht sehr schlimm ist. Grüsse (:

  2. Franky

    Mir hat bis jetzt noch nichts und niemand helfen können… hab schon ganze Wälder zersägt… 🙂

  3. kira

    Das klingt ja alles sehr interessant. Wirklich hilfreich ist aber die Anti Schnarch Vorrichtung von Stella White. Damit hat man garantiert geräusschfreie Nächte!

  4. Cem

    Ein sehr guter Beitrag mit vielen hilfreichen Tipps und Tricks. Es gibt viele Hausmittel und Vorrichtungen sowie Operationen, welche das Schnarchen vorbeugen können. Das wichtigste ist aber zu begreifen, dass es verschiedene Arten vom Schnarchen gibt und jede auf eine andere Behandlungsart besser reagiert.

  5. Rainer Lindemayer

    Ich war selber viele Jahre stark am schnarchen. Habe mir eine Schnarchschiene zugelegt
    In der Regel kann diese Schiene gegen Schnarchen direkt und ohne weitere Anpassungsvorgänge genutzt werden.Dieses Produkt ist auch für Anfänger geeignet, die noch keine Erfahrung mit Anti-Schnarch-Schienen haben. Bei Bedarf ist eine individuelle Anpassung möglich. Die natürliche Kieferbewegung sowie das normale Öffnen und Schließen des Mundes ist durch die einfache, biegsame Verbindung von Ober- und Unterschale konstant gegeben. Seit dem ich dieses Hilfsmittel nutze, schlafen meine Frau und ich endlich entspannt bis zum Morgen durch.

  6. Amelie

    Hallo Leute! Ist euer Blog noch aktiv? Frohe Weihnachten übrigens 🙂 🙂

  7. Moritz

    Danke für den letzten Absatz, das sehe ich genauso. Operieren lassen ist schön und gut, aber das ist es meistens einfach nicht wert. Ich hab selbst lange geschnarcht und besonders meine Freundin hats genervt. Natürlich hab ich mich dann umgeschaut, was ich dagegen machen kann, eine Operation ist dabei aber nie eine Option gewesen.

    Nichts konnte so wirklich gegen mein Schnarchen helfen, bis ich mit Sport angefangen habe. Ich hab mich gleichzeitig gesund ernährt und kaum noch Alkohol getrunken. Zugegeben hat das alles einige Zeit gedauert, aber danach hab ich endlich mal leise geschlafen. Ich kann deswegen total mit dem zustimmen, was ich oben gelesen habe, vielleicht hilft das einigen anderen genauso.

    Wie sich eine ruhige Umgebung und ein spätes Abendessen auf das Schnarchen auswirken soll, verstehe ich nicht ganz. Wenn man diese Sachen berücksichtigt, ist das natürlich gut für die allgemeine Schlafqualität, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es auch irgendeinen Zusammenhang zum Schnarchen gibt. Oder sehe ich das falsch?

    Beste Grüße!

  8. Paul

    Schnarchen kann wirklich lästig sein. Bei chronischem Schnarchen können auch gesundheitliche Folgen auftreten. Deswegen sollte man das nicht ignorieren.
    Beste Grüße,
    Paul

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