Kampfkunst formt Körper und Charakter

Es gibt viele Möglichkeiten, fit zu werden und zu bleiben oder das Selbstbewusstsein zu steigern. Wer sich einer Kampfkunst zuwendet, findet darin die Lösung für beide Herausforderungen. Es gibt in Deutschland eine Fülle dieser Disziplinen, die häufig asiatische Wurzeln besitzen und sich zum Teil mit westlichen Elementen vermischten. Sie alle haben gemeinsam, dass sie nicht nur den Körper formen, sondern auch den Charakter – und das Selbstbewusstsein.

Athletische und andere Voraussetzungen für Kampfkunst

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Durch das Erlernen einer Kampfkunst können Sie Ihre Fitness und Ihr Selbstbewusstsein steigern

Wenn Sie in einem Ballungszentrum leben, finden Sie für fast jede dieser Sportarten Abteilungen in größeren Vereinen oder die Angebote privater Sportschulen. In ländlichen Regionen existiert diese konzentrierte Vielfalt natürlich nicht – aber selbst in einer Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern gibt es inzwischen zumindest eine Möglichkeit zwischen Karate und Kickboxen. Bitte gehen Sie nicht mit der Vorstellung von Kampfsportfilmen zu so einer Disziplin. Es gibt hier Anfängerkurse, in denen erfahrene und ausgebildete Trainer ganz behutsam an die Kampfkunst heranführen. Natürlich finden Sie in diesen Vereinen und Sportschulen auch Leistungssport- und Wettkampftraining, doch damit haben Sie als Neuling vorläufig nichts zu tun. Wenn Sie schon – auch nur ein bisschen – sportlich aktiv sind und keine Beschwerden haben, steigen Sie in den Anfängerkurs ein. Wer als völlig unsportlicher Mann antritt, wird vielleicht erst gebeten, einige Trainingseinheiten an Cardio– und Kraftgeräten zu absolvieren. Eine gewisse Belastbarkeit von Kreislauf, Muskeln, Bändern und Gelenken ist wichtig. Denken Sie bitte daran, vernünftig versichert zu sein: Kampfkünste gelten bei Krankenkassen als „Hochrisikosport„, vergleichbar zum Beispiel dem Drachenfliegen. Eine ganz normale, gesetzliche oder private Absicherung genügt jedoch, im Normalfall sind auch die Vereine und Sportschulen gegen Trainingsunfälle versichert. Was Sie noch benötigen, ist eine ärztliche Bescheinigung über Ihre Sporttauglichkeit, die in der Regel einmal jährlich fällig ist.

Verbindung von Körper, Geist und Seele

Kampfkünste bilden eine hervorragende Möglichkeit, Fitness und Selbstbewusstsein zu steigern. Sie stellen große Ansprüche an Disziplin, Geduld, systematisches Vorgehen und sind psychomotorisch höchst anspruchsvoll. Das aus Japan stammende Judo zum Beispiel vergleicht die Sportwissenschaft mit dem Zehnkampf der Leichtathleten. Also jener Disziplin, in der Kugelstoßen ebenso vorkommt wie Stabhochsprung, Hürdenlauf ebenso wie Speerwurf. Kampfkünste fordern und fördern alle Fähigkeiten, die der Entwicklung von Körper und Seele dienen: Kraft, Koordination, Beweglichkeit, Willensstärke, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und auch eine gewisse Bereitschaft, bis an die Schmerzgrenze zu gehen. Wenn Sie das regelmäßig machen – zum Beispiel zweimal pro Woche je anderthalb Stunden – bekommen Sie einen Eindruck von Ihrem Körper und Ihrem Charakter. Vielleicht finden Sie Freude daran, halten es durch und packen noch die dritte Trainingseinheit pro Woche drauf. Montag, Mittwoch, Freitag zum Beispiel ist ein guter Rhythmus, bei dem immer ein freier Tag dazwischenliegt. Der nächste Schritt sind dann gelegentliche ein- bis zweitägige Lehrgänge und Wettkampfteilnahmen. Aber auch bei zweimal pro Woche fangen Sie an, Ihren Körper intensiver wahrzunehmen, sich wohl darin zu fühlen und sicher. Judo hat – wie alle Kampfkünste – auch meditative Elemente, zum Beispiel das Ritual zu Anfang und Ende des Trainings. Begrüßung und Abschied finden in kniender Haltung mit geschlossenen Augen statt, es dient der Konzentration auf das Training und dem Nachspüren der Belastung am Ende mit positiven Empfindungen.

Ganzheitliche Lehre und Selbstverteidigung

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Sinn des Kampfkunstes ist die Weiterentwicklung und Selbstreflexion

Gerade Judo – auf Deutsch übersetzt „sanfter Weg“ – fordert die permanente Weiterentwicklung und Selbstreflexion. Dieser Sport lehrt zudem die Achtung vor dem Gegner und die Wahrnehmung seiner körperlichen und seelischen Empfindungen. Wenn Sie diese Prinzipien von der Judomatte mit in Ihr Alltagsleben nehmen, strahlen Sie ein souveränes aber freundliches Selbstbewusstsein aus – kein einschüchterndes! Und genau diese Ausstrahlung fließt auch in der Reaktion anderer Menschen auf Sie zu Ihnen zurück. Egal ob als Partner, Familienvater oder Berufstätiger: Kampfkunst bereichert Ihr Leben. Judo allerdings ist zur Selbstverteidigung in kritischen Situationen nur eingeschränkt geeignet. Diese Kampfkunst besitzt keine Schläge und Tritte mehr, die Techniken beschränken sich auf Würfe, Armhebel und Würger. Konkret wehrhaft bei Bedrohung werden Sie zum Beispiel mit Karate, zu Deutsch „leere Hand“ im Sinne von „ohne Waffe in der Hand„. In dieser japanisch-chinesischen Tradition finden sich auch Würfe und Hebel, doch in einer konkreten Verteidigungssituation greifen Sie zu Schlägen und Tritten. Dazu kommt die Technik des Blockens – vor allem mit den Armen – um sich gegen Angriffe des Gegners zu schützen. Auch Karate zu erlernen erfordert große Disziplin und regelmäßiges Training bei hoher Konzentration. Deswegen nehmen Sie aus dieser Kampfkunst ebenso Qualitäten mit, die Ihnen auf allen Feldern des Lebens nützlich sind.

Bedrohung und konkrete Abwehr

Bild Kampfkunst

Oberstes Gebot in der Kampfkunst ist die Achtung und Respekt vor dem Gegner

Einen anderen Ansatz zur Selbstverteidigung enthält Hapkido. Diese Kampfkunst mit japanisch-koreanischen Wurzeln enthält die Bedeutungen Hap (allumfassend, also Körper und Geist), Ki (innere und äußere Kraft), sowie Do (Weg im Sinne von Lebensweg). Damit ist auch klar, dass es erneut um die Formung des gesamten Menschen geht. Zu Ihrer Selbstverteidigung bedient Sie das Hapkido mit der Kreisbewegung. Sie dient zugleich dem Ausweichen des Gegners wie dem Kraftaufbau zum eigenen Angriff mit Schlägen und Tritten. Konkret alltagstauglich zur Selbstverteidigung ist auch das japanische Jiu-Juitsu, übersetzt bedeutet es etwa „sanfte Kunst“ oder „Wissenschaft von der Nachgiebigkeit„. Zum Repertoire gehören hier neben Würfen und Hebeln auch Schläge und Tritte. Diese Selbstverteidigung hat zum Prinzip, die Angriffskraft des Gegners auf ihn selbst zurückzuleiten. Auch das erfordert Einfühlungsvermögen in die Absicht des Angreifers, schult damit den Charakter. Last but not least ein Blick auf das koreanische Tae-Kwon-Do, bildhaft übersetzt etwa „der Weg von Fuß und Faust„. Äußerlich für den Laien dem Karate ähnelnd, setzt es stärker auf Dynamik sowie Schnelligkeit und bevorzugt den Fuß als Waffe. Doch auch hier steht „Do“ wieder für den Lebensweg, für Persönlichkeitsformung und den Gewinn von positivem Selbstbewusstsein.

 

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