Iss dich gesund – mit Superfoods

Vielleicht kannst du mit dem Begriff „Superfood“ nicht viel anfangen – die Lebensmittel, die dadurch beschrieben werden, kennst du sicher. Vereinfacht gesagt werden unter Superfood Nahrungsmittel verstanden, die eine zusätzliche, positive Wirkung auf die Gesundheit entfalten sollen. Strittig ist dabei die Frage, ob es sich dabei nur um einen Marketing-Schachzug der Lebensmittelindustrie handelt, oder das Wohlbefinden tatsächlich profitiert.

Bekanntheit durch Marketing

Bild Chia Dessert

Chia Samen gehören zu den bekanntesten Superfoods, auch bedingt durch Medien.

Das Wort Superfood existiert bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts, wird aber erst seit einigen Jahren durch Medien und Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft verwendet, um bestimmte Produkte zu bewerben. Anders als beispielsweise bei der Bezeichnung „Bio“ gibt es keine rechtlich bindenden Definitionen und keine Zertifizierungen, sodass im Prinzip jedes Lebensmittel mit einer positiven Wirkung auf die Gesundheit als Superfood bezeichnet werden kann. Hier zeigt sich auch schon, wie schwierig die Abgrenzung ausfällt: Fast jedes Lebensmittel enthält auch wichtige Vitamine und Nährstoffe.

Superfood: Mehrwert zum Mehrpreis

Grundsätzlich lassen sich Superfoods noch einmal in zwei Gruppen aufteilen. Zum einen gibt es jene Nahrungsmittel, die vollkommennatürlich sind. Zum anderen werden durch die Industrie auch verarbeiteteProdukte hergestellt, die ebenso einen positiven Nebeneffekt auf die Gesundheit haben sollen. Ein Beispiel für Letzteres ist beispielsweise Margarine, die den Cholesterinspiegel senken soll. Auch spezielle Joghurtkulturen, die die Verdauung regulieren sollen haben in den letzten Jahren eine gewisse Popularität erreicht. Die Wirkung ist in diesen beiden Fällen tatsächlich bewiesen; fraglich ist aber die Notwendigkeit. Im Fall der cholesterinsenkenden Margarine sind einige Fachleute sogar der Meinung, dass der Effekt für ein täglich konsumiertes Nahrungsmittel zu groß sein könnte. Zudem sollte bedacht werden, dass die Hersteller sich den vermeintlichen Mehrwert auch gut bezahlen lassen. Superfood ist häufig erheblich teurer als vergleichbare Nahrungsmittel.

Nicht auf Marketing hereinfallen

Bild Goji Smoothie

Goji Beeren kann man gut ins Müsli geben.

Die Mehrzahl der als Superfood titulierten Nahrungsmittel sind aber natürlichen Ursprungs. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Açai-Beere, die sich vor allem durch den hohen Anteil an Antioxidantien auszeichnet. Dadurch werden unsere Zellen geschützt, was auch eine prophylaktische Wirkung gegen Krebs entfalten soll. Das Beispiel der Açai-Beere zeigt aber auch den Marketing-Aspekt der Superfoods: In diesem Fall wurde der Begriff konkret verwendet, um die aus Brasilien stammende und bei uns weitgehend unbekannte Beere erfolgreich auf dem Markt einzuführen. Heute gibt es die Açai-Beere nicht nur getrocknet zu kaufen, sondern auch in Fertigjoghurts oder Müsli. Die positiven Bestandteile sind unumstritten; doch heimisches Gemüse und Obst kann häufig mit einem ebenso großen Gehalt der gesunden Antioxidantien aufwarten: Rote Trauben, Rotkohl, schwarze Johannisbeere oder Holunder können hier locker mithalten. Das Problem der positiven Image-Kampagne der Açai liegt darin, dass viele Verbraucher dadurch auch bevorzugt zu diesen Lebensmitteln greifen, auch wenn der positive Gesundheitseffekt mehr als fraglich ist. Ein stark gezuckerter Joghurt und ein fettiges Knuspermüsli werden auch durch die Zugabe einer gesunden Frucht nicht zu einem empfehlenswerten Lebensmittel. Ein weiteres Superfood, welches gerne mit dem Gesundheits-Bonus vermarktet wird, ist die Goji-Beere. Auch wird der hohe Anteil an Antioxidantien als Grund genannt. Der dadurch erreichte Zellschutz soll die Alterung verlangsamen. Wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte das bisher nicht – ganz im Gegensatz zum teilweise hohen Gehalt an Pestiziden. In China wird die Beere übrigens traditionell zur Senkung des Blutdrucks verwendet. Als Nahrungsmittel lassen sich Goji- wie auch Açai-Beere einfach in den Alltag einbauen: Als Zugabe für Müsli, Naturjoghurt oder Quark sind die Früchte ebenso geeignet wie als Snack für zwischendurch.

Weitere Superfoods sind:

  • Avocado: Reich an Ölsäuresenkt die Avocado den Cholesterinspiegel. Vitamin E und Eisen schützen zudem die Immunabwehr. Außerdem deckt eine Frucht gleich ein Drittel des Tagesbedarfs an Ballaststoffen. Avocado kann als Guacamole zu einem köstlichen Brotaufstrich verarbeitet werden. Alternativ lässt sich die frische Frucht auch in einem Salat verarbeiten.

    Bild Avocado

    Avocado zu Guacamloe verarbeitet schmeckt köstlich als Brotaufstrich.

  • Chia-Samen: Die südamerikanischen Samen werden aufgrund der Omega-3-Fettsäuren und Aminosäuren gefeiert. Außerdem ist der Kalzium-Anteil hoch. Die häufig behauptete Wirkung als Schlankmacher ist aber umstritten. Ähnlich wie Leinsamen oder Sesam lassen sich auch Chia-Samen beispielsweise ins Müsli mischen.
  • Chlorella: Die Alge ist besonders bei Veganern sehr beliebt. Der Grund ist weniger der Geschmack, als der hohe Anteil an Vitamin B12 – Letzteres wird bei Mischkost vor allem durch den Fleischverzehr aufgenommen.
  • Grünkohl: Ein Vorteil des Grünkohls liegt schon einmal darin, dass es sich um ein heimischesGemüse handelt, welches nicht über einige Tausend Kilometer Entfernung eingeführt werden muss. Zudem ist es hier keinesfalls übertrieben, von einem Superfood zu sprechen: Mit seinen Vitaminen, Antioxidantien, sekundären Pflanzenstoffen, dem Eiweiß und dem hohen Eisenanteil versorgt Grünkohl unseren Körper mit einer Fülle an Nährstoffen. Vergleichbar trifft das aber auch auf andere Kohlsorten wie Weißkohl und Rosenkohl sowie dem bereits genannten Rotkohl zu. Als klassisches Wintergericht ist Grünkohl bekannt und beliebt.
  • Mandelmilch: Reich an Antioxidantien und Mineralien wird auch Mandelmilch immer beliebter. Ihren Erfolg hat das Produkt der Tatsache zu verdanken, dass sie von Veganern als Milchersatz geschätzt wird. Auch Menschen mit Laktoseintoleranz schätzen diese Alternative. Wirklich gesund ist die Mandelmilch vor allem ungesüßt. Die Verwendung unterscheidet sich prinzipiell nicht von jener einer herkömmlichen Milch.

Fazit: Skeptisch bleiben

Am Ende bleibt die Feststellung, dass sich nicht am Begriff Superfood allein festmachen lässt, ob ein Nahrungsmittel gesund ist, oder nicht. Die Bezeichnung wird vor allem zu Werbezwecken verwendet und sollte gar etwas misstrauisch machen: Häufig dient die Bezeichnung auch dazu, einen überhöhten Preis rechtfertigen. Ist der Cholesterinspiegel oder der Blutdruck zu hoch, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden – mit Medikamenten ist die Wirkung von Superfoods keinesfalls zu vergleichen. Schlecht muss Superfood allerdings ebenfalls nicht sein: Die positive Wirkung von Vitaminen und Mineralstoffen steht natürlich außer Frage. Anders als bei Nahrungsergänzungsmitteln ist eine Überdosierung zudem beinahe unmöglich. Außerdem schmecken viele Superfoods einfach köstlich: Açai-Beere und Co. sind als Snack für Zwischendurch eine echte Alternative zu Süßigkeiten.

 

Bildquellen:

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