Fotografie für Einsteiger

Sicherlich darf bei Dir die Kamera im Urlaub nicht fehlen und du hältst gern einzigartige Momente als tolle Erinnerung via Foto fest. So ergeht es vielen, denen aber mittlerweile eine Standard-Fotokamera nicht mehr ausreicht. Ob für das Fotoalbum, das Wandposter oder als dekoratives Bild für Zuhause, es lohnt sich, sich als Hobbyfotograf zu entwickeln, denn Qualität sowie Ausdrucksstärke eines Fotos sind durch nichts zu ersetzen und machen etwas ganz Besonderes aus Deinen Fotos. Dazu benötigst Du gar nicht viel, außer ein wenig Übung, eine Einsteiger-Kamera sowie einige Tipps, wie Du anstatt langweilige Fotos echte Hingucker fotografierst oder Dein Hobby professionell verbesserst, sodass Du eventuell damit sogar Geldverdienen kannst.

Unterschiedliche Fotografie-Stile

In der Regel entwickelt jeder Fotograf im Laufe der Zeit seine Leidenschaft zu einem bestimmten Stil. Diese bieten unzählige Themengebiete, auf die Du Dich spezialisieren kannst.

Der Mensch im Mittelpunkt

Modefotografie

Modefotografie muss innovativ sein und überraschen.

Bei der Portrait-Fotografie bilden die Gesichter den Schwerpunkt. Portrait-Fotografieren zu lernen ist mit entsprechender Übung leicht. Die Basis zum perfekten Portrait-Foto machen die passende Kopfhaltung, Lichteinflüsse und Distanzen sowie Hintergründe aus.

In einem Zeitalter der Selfies, darf natürlich das Selbstportrait als Fotografie-Stil nicht fehlen, bei der Du Dich und Deine Fotos mit einigen Tricks deutlich von amateurhaften Selbstportraits der Masse abgrenzen kannst.

Einen weiteren Fotografie-Stil bekleidet die Aktfotografie. Hier kommt es auf die stilvolle und teilweise elegante Darstellung von entblößten Körpern oder körperlichen Teilbereichen an. Erotische Ausstrahlung wird mit der Pin-up-Fotografie dargestellt.

In der Werbe- und Modefotografie wird viel Kreativität sowie technisches Wissen gefordert, die Du dazu benötigst, um den Menschen perfekt in Szene zu setzen.

Hinaus in die weite Welt

Landschaftsfotograf

Die Natur bietet atemberaubende, fast surreal wirkende Fotomotive.

Ein weit verbreiteter Stil ist die Landschafts- und Naturfotografie. Hier geht es um die ästhetische Darstellung von Landschaften, Pflanzen und Bäumen.

Vor allem für echte Wasserratten wie Taucher und Schnorchler zählt die Unterwasserfotografie zu den aufregendsten Stilen. Einst war dies nur den Spezialisten vorbehalten, da vor allem die Farbintensität bei Unterwasseraufnahmen die Qualität ausmachen, welche nur durch teure hochwertige Unterwasserkameras möglich war. Heute sind diese günstiger und zahlreiche Markenhersteller bieten sogar für herkömmliche Kameratypen wasserdichte Gehäuse an, sodass jeder die Chance erhält, unvergleichbare Momentaufnahmen unter Wasser zu fotografieren.

Von den Hobby-Alltagsfotos hin zur professionellen Reportagenfotografie ist nur ein kleiner Schritt, bei dem die Umwelt visuell und so gut wie möglich originalgetreu dargestellt wird.

Ob als Erinnerung an den eigenen Urlaub, als Aufnahmen für einen Reise-Blog oder sogar für ein Reisemagazin, der Stil der Reisefotografie bietet vielseitige Motive, die es heißt, optimal in Szene zu setzen. Auf diese Weise kannst Du bei dem Anblick eines Urlaubsfotos das Gefühl auslösen, sich gerade in diesem Moment inmitten der Foto-Szenerie zu befinden.

Als Tierliebhaber oder Besitzer von Hund, Katze oder Meerschweinchen, sind Tierfotos ebenso tolle Motive, wie Erinnerungen an den Zoobesuch oder die Safari. Aber nicht nur für den Privatgebrauch sind Tierfotos prima Motive, sondern professionelle Tierfotografien sind auch kommerziell sehr gefragt.

Du bist an Gebäuden interessiert oder sehr sportlich, dann könnten Dich die Architektur- und Sportfotografie als Stil interessieren. Während es bei der Architekturfotografie darum geht, besondere Merkmale perfekt in Szene zu setzen, kommt es bei der Sportfotografie meist auf Bewegungsaufnahmen an, die Fotos Lebendigkeit verleihen.

Fotografie aus einer völlig neuen Perspektive

Lomografie

Bei der Lomografie werden Fotos aus dem Handgelenk geschossen.

Bei dem Stereoskopie-Stil handelt es sich um ein komplexes Fotografieverfahren, welches durch unterschiedliche Blickwinkelaufnahmen in einer Aufnahme den räumlichen Eindruck von enormen Tiefen entstehen lässt. Anfang des letzten Jahrhunderts verlor dieser Stil an Bedeutung, wurde aber durch die moderne Digitaltechnik wieder zu Leben erweckt.

Seit den 90er Jahren zeigt sich die Lomografie als ein Fotografie-Stil. Dabei handelt es sich überwiegend um Aufnahmen, die ohne vorherige Objektsuche entstehen. Das bedeutet, die Fotografien erfolgen aus dem Handgelenk und mit ungewöhnlichen Positionen ohne Blick durch den Sucher. Auf diese Weise werden zufällige Fotoaufnahmen geschossen, die einen ganz eigenen Charme besitzen. In der Regel werden dafür alte, abgelaufene Filme benutzt, welche dem Foto Altersmerkmale hinzufügen und als Qualität eingestuft werden.

Das solltest Du bei Deiner ersten Kamera zum perfekten Einstieg beachten

Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkameras haben Vorteile in Handhabung und Bildqualität.

Mit einer klassischen Handy- oder Kompaktkamera sind Deine Möglichkeiten mehr als beschränkt, um Dein Fotografie-Interesse zu fördern und zu perfektionieren. Optimal bieten sich zum Fotografieren Lernen digitale Spiegelreflexkameras an, mit denen Du Dir Basiswissen aneignen kannst. Sie sind bereits für ca. 300 Euro erhältlich und beinhalten als Einsteigermodelle zahlreiche Funktionen. Einsteigermodelle besitzen in der Regel zehn oder zwölf Megapixel, die für den Hobbygebrauch ausreichend sind und sich auch für die semi-professionelle Fotografie eignen.

Im Gegensatz zu Kompaktkameras und vor allem Handykameras ist die Bildqualität von Grund auf besser, da sie über einen größeren Aufnahmesensor verfügen sowie eine geringere Anfälligkeit für Bildfehler, wie zum Beispiel Bildrauschen aufweisen. Zudem zeigen sie eine niedrigere Schärfentiefe, die insbesondere bei Portraitaufnahme das gewünschte Bildobjekt scharf darstellen, während der Hintergrund verschwommen erscheint und dem Foto damit mehr Ausdrucksstärke verleiht.

Wenngleich digitale Spiegelreflexkameras meist mehr wiegen und größer sind als Kompaktkameras, kann dies vor allem in der Handhabung als Vorteil gesehen werden. Sie liegen besser in der Hand und das Risiko von verwackelten Aufnahmen wird gesenkt.
Mit den Zoom-Funktionen einer Kompakt- oder Handykamera kommst Du schnell an Deine Grenzen. Bei einer Spiegelreflexkamera kannst Du das Objektiv beliebig austauschen und auch extrem weit entfernte Motive mit einem Tele-Objektiv nah heranzoomen. Bei Nahaufnahmen kannst Du ein Weitwinkel-Objektiv nutzen, damit Du mehr auf ein Foto bekommst. Filter, Konvertor und zahlreiche andere Details sorgen ebenfalls für die Optimierung von Fotoaufnahmen.

Tipps für einen erfolgreichen Einstieg in die Fotografie

Fotograf

Wenn du ausreichend übst, wirst du schnell deinen eignen Fotografie Stil entwickeln.

Neben einer Einsteiger-Kamera solltest Du zusätzlich einige Tipps beherzigen und typische Anfängerfehler vermeiden. Für Deine ersten Versuche stelle den Modus auf „Auto“, der nicht zu verwechseln ist mit dem Modus „A“, was sich auf die Blende bezieht und eher von fortgeschrittene Fotografen angewendet werden sollte.
Im Auto-Modus kannst Du erste Fotos machen, die Dir zukünftig helfen werden, die Qualitätsunterschiede zu erkennen, wenn Du Fotos mit manuellen Einstellungen beziehungsweise mit den zahlreichen Funktionen Deiner Kamera knipst.
Optimal ist es, die Einstellungsmöglichkeiten Schritt für Schritt einzeln auszuprobieren und nicht zu lange im Auto-Modus zu fotografieren. Lerne Deine Kamera kennen, setze Dich mit den technischen Möglichkeiten auseinander und lasse Dich vor allem nicht entmutigen, wenn die ersten 100 Fotos nicht Deinen Vorstellungen entsprechen.

Erklärungen zu den Einstellungsmöglichkeiten erhältst Du in erster Linie durch die Produktbeschreibung Deiner Kamera. Diese solltest Du genau studieren und Dir zusätzlich Fotografie-Wissen über das Internet oder Fachmagazine aneignen. Auch in Fotografie-Kursen kannst Du Dein Wissen erweitern sowie festigen.

Aber vor allem heißt es üben und ausprobieren. Fotografiere Motive bei den unterschiedlichsten Lichtverhältnissen und probiere die verschiedenen Einstellungen. So lernst Du die Kamerafunktionen optimal zu nutzen und langsam aber sicher, immer bessere Qualitätsfotos zu machen.

Je mehr Du beim Fotografieren Lernen übst, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du bestimmte Motive lieber fotografierst, als andere. Hieraus entwickelt sich dann ein Stil, dem Du Deine ganze Aufmerksamkeit schenken solltest, um Fotos immer besser werden zu lassen. Bedenke, dass jeder Fotografie-Stil seine eigene Vorgehensweise und Einstellungen benötigt. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dich nicht auf alles konzentrierst, was ein gutes Motiv darstellen könnte, sondern Dich maximal auf zwei Stile spezialisierst.

Was du dir merken solltest

Fotograf

Der optimale Bildausschnitt ist entscheidend für ein gelungenes Foto.

Fotografiere nicht einfach drauf los, sondern denke vor jedem Auslöserdruck nach. Ein scharfes Motiv macht noch lange kein schönes Foto. Der Hintergrund muss ebenso stimmen, wie die perfekte Position und das Licht. Wenn Du zum Beispiel einen Leuchtturm fotografieren möchtest, verleihst Du dem Foto mehr Ausdruck, wenn Du vielleicht nur einen Teilbereich davon fotografierst und ein weiteres Objekt wie eventuell ein Flugzeug am Himmel, mit auf das Bild bekommst. Insbesondere bei Architektur-, Natur- und Landschaftsaufnahmen nehmen weitere Bildobjekte den oftmals eher langweiligen Ausdruck. Oder würden beispielsweise unschöne Stromleitungen das Motiv stören? Bewege Dich mit der Kamera in der Hand und suche bewusst den optimalsten Bildausschnitt.

Stelle die Blitzfunktion nicht auf Automatik, da Du ansonsten besondere Lichtverhältnisse ruinieren kannst. Bei Aufnahmen in der Dämmerung kannst Du mit einem höheren ISO oftmals die Lichtstimmung beibehalten. Mit der Zeit kannst Du das Blitz-Fotografieren lernen und wie Du optimal einen Blitz auch als externes Gerät einsetzt.

Vertraue Deinem Instinkt sowie Geschmack und sortiere zügig misslungene und solche Fotos aus, bei denen Du Dir nicht sicher bist, ob sie tatsächlich gut geworden sind. Konzentriere Dich allein auf die Aufnahmen, die Dir kompromisslos gefallen. Diese dienen als Vorlage und Maßstab, Dich noch weiter zu verbessern.

Durch die Bildbearbeitung kannst Du natürlich jedes Foto verbessern, aber dies sollte nicht Dein Ziel sein, denn das kann jeder und ein Profi-Fotograf würde dies in den meisten Fällen bemerken. Die Basis einer guten Fotografie beginnt mit Deinem Wissen sowie Deiner Kreativität und endet mit dem Druck auf den Aufnahmeauslöser. Die Nutzung eines Bildbearbeitungsprogrammes solltest Du darauf beschränken, kleinere Makel zu korrigieren, um dem Foto nicht die realistische Wirkung und damit auch Qualität zu nehmen.

Bildquellen:

Bild 1: © pixabay.com / Unsplash

Bild 2: © pixabay.com / jeszgarcia

Bild 3: © pixabay.com / Unsplash

Bild 4: © pixabay.com / Unsplash

Bild 5: © pixabay.com / PublicDomainArchive

Bild 6: © pixabay.com / brenkee

Bild 7: © pixabay.com / Broadmark

Über 

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*